Dienstag, 5. April 2016

Grundlagen der Fotografie - Der Weißabgleich

 
Licht kann unterschiedliche Farbtemperaturen haben.

 

Sicherlich hast du schon einmal vom Weißabgleich gehört - doch was genau steckt dahinter?

Ohne Licht keine Fotografie! Da Lichtquellen variieren, schwankt auch die Farbtemperatur, die dein Bild hat. Du kannst das für deine Fotos kreativ nutzen (z.B. in der "blauen Stunde) und dort ausgleichen, wo es nicht gewünscht ist. Dabei hilft dir der Weißabgleich.

Wir wollen dir verständlich machen, wozu ein Weißabgleich (englisch White Balance, kurz WB) notwendig ist und warum du, wenn du verstanden hast, was es damit auf sich hat, bessere Bildergebnisse erzielen wirst, auch in schwierigen Lichtsituationen.

Wozu dient der Weißabgleich?

Der Weißabgleich dient in erster Linie dazu, deiner Kamera zu sagen, welchen Wert er der Farbe "weiß" in deinem Foto geben soll. Unsere Augen können, anders als die Kamera, diesen Farbausgleich direkt machen, ohne überlegen zu müssen, ob das Motiv auf das wir schauen, weiß ist oder einen Farbstich aufweist. Die vom Auge wahrgenommenen Farben werden vom Gehirn weiter verarbeitet und Farbschwankungen automatisch ausgeglichen.

Da Licht unterschiedliche Einfärbungen haben kann (z.B. sind Sonnenstrahlen gelber als das blaue erscheinende Kunstlicht im Supermarkt), müssen wir der Kamera quasi erst "beibringen" um welche Art von Licht es sich jeweils handelt, damit die richtigen Weißeinstellungen benutzt werden können.

Am einfachsten lässt sich das ganze Anhand eines Bildes zeigen, bei dem unterschiedliche Einstellungen für den Weißabgleich vorgenommen wurden. In den meisten Situationen kommt deine DSLR-Kamera wahrscheinlich schon ganz gut mit dem automatischen Weißabgleich zurecht,  jedoch gibt es auch andere Situationen, in denen ein manueller Weißabgleich bessere Ergebnisse bringt (z.B. wenn du eine Schneelandschaft fotografierst, bei dem ein Teil des Schnees von der Sonne angestrahlt wird und ein anderer Teil im Schatten liegt).

Die möglichen Voreinstellungen, die deine Kamera bietet, sind Einstellungen, die zur jeweiligen Lichtsituation passen. Im unteren Bild haben wir dir einmal zusammengestellt, wie das Bild mit den Voreinstellungen aussehen würde - dabei haben wir die WB-Einstellungen Kunstlicht, Kaltlicht, Blitz, Tageslicht, Trüb und Schatten gewählt, diese sind die gängingsten Voreinstellungen einer DSLR-Kamera (diese kannst du auch, wenn du im RAW-Format fotografierst und mit dem Photoshop-RAW Filter arbeitest, im Nachhinein ändern).

Was bedeuten die Zahlenangaben?  

Mit den Zahlenwerten wird die Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben, diese Zahl beschreibt, welchen Farbwert das Licht hat. Am Bild und an den unteren Beispielen kannst du genau nachsehen, welche Farbtemperatur die jeweiligen Lichtquellen haben: 



1500K - 2000 K      Kerzenlicht
2500 K - 2800 K     Glühlampen
2700 K - 3200 K     Halogenlampen
4100 K - 4500 K     direkte Sonne
5000 K - 5500 K     Morgensonne, Abendsonne
5500 K - 6500 K     Mittagssonne, blauer Himmel
6500 K - 7000 K     Sonne und bewölkter Himmel
7000 K - 7500 K     bewölkter Himmel
7500 K - 8500 K     Nebel, Dunst
9500 K - 12000 K   kurz vor Sonnenaufgang, kurz nach Sonnenuntergang (blaue Stunde)

Wenn du genug Zeit hast (oder dir Zeit nehmen möchtest, denn Probieren geht ja bekanntlich über Studieren - vor allem in der Fotografie), kannst du die Farbtemperatur in Kelvin an deiner DSLR-Kamera auch manuell einstellen (da dies von Modell zu Modell unterschiedlich ist, empfiehlt sich ein Blick ins Handbuch). Dabei richtest du die Kamera auf den Punkt, den du als weiß ansiehst und drückst den Auslöser, daraus wird dann der korrekte Weißabgleich errechnet.
Wenn sich die Lichtsituation während deines Shooting nicht ändert, kann man der Kamera einen festen Wert für den Weißabgleich zuweisen (z.B. bei Produktfotografie im Studio) um den Akkuverbrauch deiner Kamera zu schonen.

Die richtige Beleuchtung für deine Studio-Fotografie 

Wenn du dir Beleuchtung  für deine Studio-Fotografie anschaffst, solltest du dir vorher natürlich Gedanken machen, welche Farbtemperatur du haben möchtest, das hängt von deinem Stil ab und ob du eher Produktfotografie oder Portaits fotografieren willst. Denn auch bei "weißen LEDs" gilt: Weiß ist nicht gleich weiß. Für weiße LEDs werden hier zum Beispiel warmweiß (ca. 2.800-3.300 K), neutralweiß (ca. 3.300-5.200 K) und tageslichtweiß (etwa 5.200-10.000 K) angegeben. 


Der Weißabgleich als Gestaltunsmittel in der Bildbearbeitung 

Wenn du den Weißabgleich kreativ nutzen möchtest, kannst du mit deinem Bildbearbeitungsprogramm den Weißabgleich für unterschiedliche Stellen deines Bildes mit Hilfe von Masken übereinander legen. Wenn du deine Fotos im RAW-Format statt in JPG schießt, kannst du den Weißabgleich auch bequem im Nachhinein festlegen. Im folgenden Beispiel wurde der Himmel nachträglich mit einer wärmeren Lichttemperatur angelegt und maskiert.



Wichtig dabei ist, dass du die Stärke deiner Ebenen je nach Bild auswählst, passe die Deckkraft der Ebenen an und wähle für die Masken einen möglichst weichen Übergang, damit es nicht zu künstlich aussieht. Nutze den Weißabgleich als Gestaltungsmittel, wenn nicht zwingend neutrale Töne benötigt werden - probier es einfach mal aus und schau mit welchem Ergebnis du zufrieden bist.

Hast du noch Fragen zum Thema Weißabgleich? Poste sie doch in die Kommentare, wir helfen gerne weiter!

Dein Team von zoomyrentals.de


erstellt von Isabelle Bommes




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