Montag, 14. Juli 2014


Die feinen Unterschiede zwischen Canon Kit Objektiven der L-Klasse  EF 24-70mm f/4L IS USM und EF 24-105mm f/4L IS USM

In diesem Beitrag wollen wir gerne für euch, die doch sonst so verwandten Canon Objektive EF 24-70 f/4L IS USM und Canon EF 24-105 f/4L IS USM aus der Profi Klasse anhand einiger praktischer Beispiele vergleichen. Es sind 2 tolle Zoom-Objektive mit feinen Unterschieden.

Die Makro-Eigenschaften

Der größte Unterschied zusammen mit der Brennweite im Telebereich ist in den Makroeigenschaften zu finden. Im Makrotest hat das Canon EF 24-70mm f/4L IS USM mit seiner Makro Funktion überzeugt. Nachdem man den kleinen Kippschalter auf Makro gestellt hat, geht die Brennweite sogar bis auf 80mm hoch (Bild 3). Es kann dann aber nur zwischen 70mm und 80mm gewählt werden, und stellt auch nur noch im Nahbereich scharf. Die Naheinstellgrenze liegt dann bei ca. 21cm mit 19cm Objektivlänge. Das heißt im Klartext, auf das zu fotografierende Objekt kann auch noch etwa 2cm vor der Linse scharf gestellt werden wie man im Bild 6 weiter unten sehen kann. Bei dieser Naheinstellgrenze entspricht es dem Abbildungsmaßstab von 0,7.
Tipp: Um mögliche Abschattungen, herbeigeführt durch das Objektiv selbst, bei der geringen Entfernung vom Motiv zu vermeiden, sollte dabei mit einem Ringblitz oder mehreren Reflektoren gearbeitet werden. Wie man Reflektoren aus einfachsten Hausmitteln für Makrofotografie einsetzt, könnt ihr in diesem Blogbeitrag sehen: 5 Tipps zur Fotografie mit Makroobjektiv

Canon 24-70mm f/4L IS USM
Bild1: 70mm
Bild2: 70mm Makro
Bild3: 80mm Makro
Bild4: Naheinstellgrenze 38cm
Bild5: Naheinstellgrenze 29cm
Bild6: Naheistellgrenze 21cm

Das sind echte Makroeigenschaften die überzeugen und den höheren Preis rechtfertigen könnten. Möchte man wieder auf unendlich scharf stellen, liegt die Naheinstellgrenze bei 38cm bei einem Abbildungsmaßstab von 0,21 bei 70mm.
Auch das Canon EF 24-105mm f/4L IS USM hat eine Makro-Funktion. Es gibt keinen Makro-Schalter wie an seinem Bruder mit der kürzeren Brennweite. Man kommt aber durch die längere Brennweite von 105mm noch auf einen Abbildungsmaßstab von 0,25 bei einer Naheinstellgrenze von 45cm.
Canon 24-105mm F/4 USM IS
70mm
80mm
105mm
Naheinstellgrenze 45cm
Naheinstellgrenze 45cm
Naheinstellgrenze 45cm

Um die Werte der beiden Zoom-Objektive auch vergleichen zu können wurden sie jeweils unter gleichen Bedingungen getestet. Bei Offenblende f/4 an einer Canon EOS 5D Mark III DSLR Kamera und einer Belichtungszeit von 1/125sec. Die ISO wurde dabei auf 100 gestellt um Pixelfehler und Bildrauschen zu minimieren.

Desweiteren kamen noch ein stabiles Dreibeinstativ von Manfrotto und 2 Canon Speedlite 600EX-RT Blitzgeräte mit dem Canon ST-E3-RT Speedlite Transmitter zum entfesselten Blitzen zum Einsatz. Die Blitzgeräte wurden jeweils manuell auf ¼ Power eingestellt und mittels Durchlichtschirme wurde das Licht verstreut.

Ein passender Hintergrund ist auch schnell gefunden. Wir haben uns hier für einen DIN A1 Bogen aus schwarzem Karton entschieden, der einfach in eine Hohlkehle gelegt und mit etwas Klebeband an der Wand fixiert wird. Ob hochglänzende Folie, Papier oder Bühnenmollton der jegliche Lichtreflektionen und Spiegelungen schluckt, bleibt dabei dem persönlichen Geschmack überlassen.

Fazit Makro-Test
Wer also bei einem Zoom im Standardbrennweitenbereich auf die Makro-Fotografie nicht verzichten will, dem sei zum teureren Canon EF24-70mm f/4L IS USM geraten. Dieses Objektiv zeichnet sich auch durch seinen Hybrid-Bildstabilisator aus, der speziell im Makrobetrieb noch ganze Arbeit leistet. Der Bildstabilisator des Canon EF 24-105mm f/4L IS USM ist hingegen im Makrobereich praktisch wirkungslos.

Makro Objektiv Canon EF 100mm f/2.8 IS USM
Wenn es um echte Makro-Fotografie geht, kommt man wohl nicht am Canon EF 100mm f/2,8 IS USM vorbei. Dieses Objektiv ist in der Lage einen Abbildungsmaßstab von 1:1 scharf zu zeichnen.
Das soll hier aber nur am Rande erwähnt werden.
100mm mit Abbildungsmaßstab 1:1

Naheinstellgrenze 29cm


Der Bildstabilisator

Im Canon EF 24-70 f/4L IS USM ist ein hochmoderner Hybridbildstabilisator verbaut der Verwacklungen um bis zu 4 Belichtungsstufen ausgleichen soll, und das sowohl als Verschiebung sowie Verkippung. Das können auch in der heutigen Zeit noch nicht viele Objektive und ist ein weiterer Pluspunkt für das Canon EF 24-70 f/4L IS USM. Beim Canon EF 24-105 f/4L IS USM ist "nur“ der normale Bildstabilisator verbaut der Verwacklungen (Verschiebungen) um bis zu 3 Belichtungsstufen ausgleicht. Uns haben beide Systeme überzeugt.

Die Objektive im Portrait

Dieses mal wurde eine Canon EOS 6D Kamera im manuellen Modus bei einer Verschlusszeit von 1/125 Sec. und Blende f/4,0 gewählt. Die ISO für rauscharme Bilder auf 100 eingestellt. Um die Position sicher halten zu können stand die Kamera auf einem Stativ.



Wie bereits zu erwarten ist, sind zwischen dem Bild 1 und Bild 2 weiter unten keine deutlichen Unterschiede zu erkennen, da beide Bilder mit 70mm Brennweite bei etwa 2m Abstand zur Kamera aufgenommen wurden, und damit alle Parameter gleich sind.


Bild1: Canon EF 24-70mm f/4L IS USM bei 70mm
Bild2: Canon EF 24-105mmL IS USM bei 70mm
Canon EF 24-70mm f/4L IS USM bei 2m Abstand
Canon EF 24-105mm f/4L IS USM bei 2m Abstand


Damit die Unterschiede sichtbar werden, haben wir das folgende Setup verwendet: Bild 3 unten ist mit dem Canon EF 24-105mm f/4L IS USM bei 105mm Brennweite und 2m Abstand zur Kamera entstanden. Um Anna im Bild 4 mit dem Canon EF 24-70mm f/4L IS USM und nur 70mm Brennweite in der gleichen Größe wie im Bild 3 aufzunehmen, musste der Abstand von etwa 2m auf etwa 1,2m reduziert werden. Dadurch sind auf Bild 4 auch viel mehr Hintergrund-informationen zu sehen. Auch wird der Hintergrund beim Canon EF 24-70mm f/4L IS USM etwas schärfer gezeichnet.

Bild3: Canon EF 24-105mm f/4L IS USM bei 105mm
Bild4: Canon EF 24-70mm f/4L IS USM bei 70mm
Canon EF 24-105mm f/4L IS USM bei 2m Abstand
Canon EF 24-70mm f/4L IS USM bei 1,2m Abstand

Fazit Portrait Test
In Sachen Portrait hat das Canon EF 24-105mm f/4L IS USM wegen seiner längeren Brennweite gegenüber dem Canon EF 24-70mm f/4L IS USM ganz klar die Nase vorn. Während das Model scharf abgebildet wird, kann man mit der längeren Brennweite bei Motiven im Vordergrund eine deutlichere Abhebung vom Hintergrund herbeiführen, der in einer schönen Tiefenunschärfe verschwimmt.

Somit haben beide Kit-Objektive ihre guten Seiten, je nachdem, ob man sich eher für die kleineren Motive unserer Welt interessiert oder mehr Wert auf Portraits vor weichem Hintergrund legt.

Wir freuen uns über eure Kommentare!
Mitwirkende: Mathias Manske, Andrei Belitski, Anna Nesterenko

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