Freitag, 30. Mai 2014

5 Tipps zur Fotografie mit Makroobjektiv

5 Tipps zur Fotografie mit Makroobjektiv

Wenn ihr noch nie mit einem Makroobjektiv fotografiert, oder euch mit Makrofotografie im allgemeinen beschäftigt habt, bieten wir euch hier 5 Ratschläge, worauf man bei Makro besonders achten sollte und was der Unterschied zu anderen Fotografiebereichen ausmacht. 

1. Ausrüstung

In einer Makroaufnahme können selbst die einfachsten und alltäglichsten Dinge spannend dargestellt werden. Hier eine simple Teeleuchte:

Wie man im nächsten Foto erkennt, zeichnen sich Makroaufnahmen durch eine extrem hohe Detaildichte aus.

Es gibt Makroobjektive mit unterschiedlichen Brennweiten. Typische Makro-Brennweiten für Vollformat-Kameras sind 100mm und 180mm. Für Kameras mit Cropsensoren gibt es die 60mm Makroobjektive, die zu den 100mm Vollformat Varianten äquivalent sind. 
Gute Makroobjektive haben einen 1:1 Maßstab und können somit bei der Naheinstellgrenze, die Welt genau in derselben Größe auf dem Sensor abbilden.  Ein Makroobjektiv mit 1:1 Maßstab, konzepiert für Vollformatsensoren kann auf einem Cropsensor sogar noch detaillierter wirken. Hier ein Beispiel vom Canon EF 100mm F/2.8L IS Macro USM auf einer Vollformat Canon 6D und auf einer Crop Canon 7D.  
Auf der Canon 6D
Auf der Canon 7D

Üblicherweise steigt die Naheinstellgrenze mit der Brennweite. Wenn ihr also scheue Motive, wie Insekten fotografieren wollt, wäre ein 180mm Makro vom Vorteil. Aber auch beim 100mm Makro kann die Naheinstellgrenze bei über 30cm liegen und Ihr könnt das Objektiv somit ein wenig weiter entfernt vom Feuer, Wasser oder sonstigen für die Technik schädigenden Motiven, halten.



2. Einstellungen

Die Schärfentiefe ist bei Makroaufnahmen extrem gering. Betrachtet mal das nächste Foto (aufgenommen mit Blende F/9) oder nehmt die Alkaline Batterie von oben (aufgenommen mit F/11) da wird der hintere Teil schon unscharf abgebildet.

Deshalb ist vor allem bei Freihandaufnahmen ein Bildstabilisator nicht wegzudenken. Denn ihr müsst stark abblenden, um ein Objekt einigermassen scharf abzubilden und damit verlängert sich die Verschlußzeit.
Wenn ihr mit Autofokus aufnehmt, und Ihre Kamera über Servofokussierung verfügt, solltet ihr diese anschalten. Schnappschüsse sind mit einem Makroobjektiv zwar möglich, jedoch nicht sehr einfach. Ein Stativ ist umbedingt zu empfehlen. Wenn ihr einen Stativ verwendet, könnt ihr den Bildstabilisator ausschalten.

Da euer Motiv winzige Details enthalten kann, solltet Ihr einen Fernauslöser oder einfach einen Selbstauslöser der Kamera verwenden und die Spiegelvorauslösung aktivieren, um auch geringen Verwacklungen entgegenzuwirken. Hier seht ihr die zugehörigen Einstellungen auf einer Nikon und Canon DSLR. Bei anderen Kameramodellen kann es natürlich ein wenig anders aussehen.




Falls euer Motiv keine Kontrastflächen aufweist und ihr Autofokus Schwierigkeiten hat zu fokussieren, nehmt einfach z.B. einen Bleistift und fokussiert auf diesen, dann schaltet auf manuellen Fokus, entfernt den Bleistift und macht eure Bilder.

Hier solltet ihr auch umbedingt selbst das Fokusmessfeld in der Kamera auswählen, um den Fokuspunkt genau auf der gewünschten Entfernung zu positionieren, da die Schärfentiefe ja sehr gering ist.

3. Produktfotografie im Makromodus

Bei diesem Produktfoto sieht man, wie die Makrodetails auch unerwünscht sein können. Achtet auf den Staub, Fingerabdrücke und sonstigen Dreck bei Produktfotos. Am besten alles steril putzen und während des Shootings nur noch mit Handschuhen anfassen. Weisse Baumwollhandschuhe können für wenige Euros im Handel erworben werden.

4. Belichtung

Bei Makroaufnahmen lässt es sich am Einfachsten mit Licht experimentieren und viel über Lichtsetzung, Schatten und Reflektionen lernen, da alles schnell und mit einfachsten Mitteln aufzubauen ist und auch sehr einfach zu verändern.  Hier unser einfaches Setup mit 4 unterschiedlichen Lichtsetzungen. Innerhalb weniger Minuten könnt Ihr die verschiedensten Beleuchtungen für eure Motive ausprobieren.
Natürliches Licht durch das Fenster
Folie als Reflektor
Verdeckung mit einem Blatt Papier
Verdeckung mit einem Blatt Papier + Blitz


5. Motive

Fast jedes alltägliche Objekt kann mit der Makrofotografie beeindruckend wirken. Ihr könnt ja mal bei Google-Bilder "Makrofotografie" eingeben. Ob Kleidungsstoff, Flüssigkeit mit Kohlensäure, Blumen, Früchte und Gemüse, Verpackungsmaterial, Augen, Hände, Haare - alles kann bei Makro ganz interessant aussehen.
Hier einige Beispiele, die spontan freihändig aufgenommen wurden.






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Mitwirkende: Anna Nesterenko, Mathias Manske, Andrei Belitski

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