Donnerstag, 18. Dezember 2014

7 Tipps für dein bestes Feuerwerk-Foto zu Neujahr

 Alle Jahre wieder werden zum neuen Jahr die Feuerwerksraketen gestartet. Nicht nur zum Staunen für die Kinder, auch für Fotografen kann ein Feuerwerk ein besonderes Highlight zum Jahresabschluss werden. 
Wir haben für euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr die bunten Lichter am Himmel am besten festhalten könnt. 


©Michael Bonocore
1. Vergiss auf gar keinen Fall dein Stativ!

Denn: Feuerwerks-Fotografie erfordert lange Belichtungszeiten und langsame Verschlusszeiten.  

©Joe Ercoli

Mit einem stabilen Stativ und einem Fernauslöser könnt ihr die Kamera still genug halten und verwackelte Bilder verhindern. Es ist eine gute Idee, einen Fernauslöser dabei zu haben, weil du nicht genau weißt, wann das Feuerwerk startet. 


©Mark Shastany
2. Benutz den manuellen Fokus deiner Kamera.

Viele Kameras können Schwierigkeiten haben, in der Dunkelheit zu fokussieren. Um zu verhindern, dass dir tolle Feuerwerks-Aufnahmen durch die Lappen gehen, benutze am Besten die manuelle Fokussierung deiner Kamera. Denk daran, wenn sich der Fokusbereich des Feuerwerks ändert, die Brennweite bzw. den Fokus des Objektivs anzupassen. 


©Jamie MacDonald
3. Lass deinen Blitz zu Hause.

Blitzen kannst du bei Feuerwerks-Fotografie getrost vergessen. Egal wie weit das Blitzlicht vom integrierten oder auch externen Blitz reichen mag, es reicht auf keinen Fall bis zum Feuerwerk. Für die beste Qualität und die klarsten Bilder kannst du den Blitz ruhig zu Hause lassen. 




©Kim Cortigiano

4. Wähle die richtigen Kamera-Einstellungen

Falls du Probleme hast, die Einstellungen deiner Kamera anzupassen, fang am besten damit an, die niedrigste ISO wie möglich und eine lange Verschlusszeit zu wählen. Die niedrige ISO verhindert zu starkes Rauschen und sorgt für eine hohe Qualität des Bildes und die längere Verschlusszeit ermöglicht es dir, die Lichtspuren des Feuerwerks einzufangen. 
Versuche es mit einer ISO im Bereich von 100-300 und einer Blende zwischen f/8 und f/16. Um die Lichtstreifen des Feuerwerks einzufangen, kannst du mal mit einer Belichtungszeit von ca. 1/15 Sekunde oder länger starten. 


©Monica Pease
 5. Plane voraus! 

Es ist wichtig im Voraus zu planen, wenn du vorhast ein Feuerwerk zu fotografieren. Es dauert eine Zeit lang, um dein Equipment aufzubauen, die Kamera und das Objektiv einzustellen und anzupassen und auch einen guten Standort für die Aufnahmen zu finden. Google Maps und Google Earth können beispielsweise helfen, um vorher die richtige Location oder den richtigen Standort zu finden, von wo aus du deine Bilder schießen willst. 


©Mike Wiacek
Da die meisten Feuerwerke nachts stattfinden, ist es außerdem ratsam, eine Taschenlampe mitzubringen. So kann es dir leichterfallen, im Dunkeln dein Stativ aufzustellen und dein Equipment, wie Ersatzakkus oder Speicherkarten, in der Kameratasche besser zu finden. 

Wenn du früh genug/früher als andere Fotografen auftauchst und deinen Foto-Spot vorbereitest, stehen die Chancen höher, einen ausgefalleneren/besseren Standpunkt zu finden, z.B. mit Blick auf einen Fluss oder See, in dem sich das Feuerwerk spiegeln kann. 

©Jonathan Fleming
 6. Entdecke den Bulb-Modus deiner Kamera. 

Die meisten Canon und Nikon DSLR-Kameras haben einen Bulb-Modus. Es ist eine gute Idee,  diese Einstellung ausgiebiger zu testen, wenn du dich auf Feuerwerks-Fotografie vorbereitest. Dieser Bulb-Modus führt dazu, dass der Verschluss so lange geöffnet bleibt, wie du den Auslöser gedrückt hälst. Diese Option macht es möglich, den Auslöser zu betätigen, wenn das Feuerwerk losgeht und wieder zu schließen wenn das Feuerwerk erloschen ist. Beachte aber, dass du vorher die Blende und Belichtungseinstellungen vor der Aufnahme anpasst, da der Bulb-Modus manuelle Einstellungen erfordert. 

©Javi Melendez
7. Timing ist alles!

Du solltest auch darauf achten, den Großteil deiner Fotos schon relativ früh zu schießen, wenn die Luft noch nicht von Rauch und Dunst durchzogen ist. Am Anfang des Feuerwerks wird der Himmel noch relativ klar sein und dir klarere Bildergebnisse liefern können. Am Ende oder wenn die Luft schon reichlich dunstig bzw. nebelig ist, kann man gute Nahaufnahmen machen oder sich an abstrakteren Bildern versuchen. 




Falls du noch mehr Tipps und Tricks hast, um die perfekten Feuerwerks-Bilder an Silvester zu schießen, immer her damit! Wir freuen uns auf eure Anregungen und Tipps! 



Original-Quelle auf unserem Partnerblog: Borrowlenses Blog
Übersetzung: Isabelle Bommes

Dienstag, 11. November 2014

Fotografieren mit Festbrennweiten

Foto-walk morgens halb zehn in Berlin

Wir haben uns an einem Sonntag aufgemacht um ein wenig mit unserem Equipment zu arbeiten. Eingepackt haben wir die 85 mm F/1.2 Festbrennweite von Canon, sowie das 24 mm F/3.5 Tilt-Shift Objektiv von Nikon.
Beides an Vollformatkameras, bei Canon die 6D und bei Nikon die D750.

Der Bahnstreik an diesem Wochenende sollte dazu führen, dass viele Bahnhöfe menschenleer sein sollten und das wollten wir ausnutzen. Doch das vorzeitige Ende des Streiks machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also suchten wir unweit des Bahnhofs interessante Winkel oder Locations, um diese festzuhalten.

Hier 2 Beispiele die dabei entstanden sind.


Beim Bild des Bahnhofes konnten wir die Perspektive dank des Tilt-Shifts korrigieren und beim Portrait des Musikers machte sich die F/1.2 Blende wunderbar bemerkbar und das Bild besitzt durch die geringe Schärfentiefe sowie der sehr guten Eigenbeschaffenheit des Objektivs ein schönes Bokeh. Bei dem Bild musste man durch die Bewegung darauf achten, dass die Belichtungszeit etwas kürzer ist. Dank des größeren Sensors der Kamera kann man ohne Probleme mit dem ISO-Wert die Helligkeit wieder ausgleichen ohne dass ein Rauschen bemerkbar ist.

Falls ihr mehr zur Herangehenweise an ein Tilt-Shift-Bild wissen wollt, verweisen wir euch gern an einen anderen Blogartikel von uns, der sich komplett diesem Thema annimmt.




Dienstag, 4. November 2014

Tutorial: Mit dem Teleobjektiv durch die Stadt

Architektur-Fotografie mit dem Teleobjektiv 

Wir waren mit einigen Teles, unter anderem, dem Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II Telezoom und mit dem Gegenstück von Canon, dem Canon EF 70-200mm f/2,8 L USM Telezoom für euch unterwegs um einige Beispiele zu sammeln, wie man ein Teleobjektiv außerhalb der üblichen Anwendungsbereiche einsetzen kann. Zumeist werden Architektur-Fotos mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen. Verwendet man stattdessen ein Teleobjektiv, kann man ganz andere Bildkompositionen erzeugen, die mit einem Weitwinkel nicht erreichbar sind. Die Einsatzmöglichkeiten eines Teleobjektivs rund um Stadtarchitektur werden wir euch in diesem Blogpost kurz näherbringen.

Allgemeine Perspektive

Mit einem Telezoom kann man auch die schwerzugänglichen oder eben weitentfernte Objekte ablichten. Auf 200mm Brennweite reingezoomt, erreichen wir hier schon mal die schön verzierten Fenster im 3. Obergeschoss eines klassischen Hauses. Durch die Dreiviertelansicht gewinnt das Bild auch an Dynamik. Man kann sich entsprechend einen schönen Fassadenauschnitt herausgreifen und aus verschiedenen Standpunkten mit der Bildwirkung experimentieren. Spielt auch mal mit dem vermeintlichen Horizont und dreht das Bild, wie im dritten Foto weiter unten zu sehen.

Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 200mm; 1/200 sec.; f/3,5; ISO 100
Nikon 24-120mm f/4G ED-IF AF-S VR II bei 120mm; 1/640 sec.; f/4; ISO 100
Canon EF 70-200mm f/2,8 L USM bei 150mm; 1/125sec; f/3; ISO 100

Man kann in diesem Zusammenhang viel mit variablen Bildwinkeln experimentieren und den Fotospaß oder auch Lernvergnügen mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Stadt verbinden.

Tiefendarstellung 

Ein weiteres Merkmal des Teleobjektivs ist der schmale Bildwinkel. Wie ihr das zu Nutze machen könnt, zeigen wir erstmal im nächsten Bild, in dem wir die Linienstruktur der Fassade hervorheben wollten. Die Rillen ziehen sich in der Tiefe zusammen und geben eine schön geometrisch geordnete Ansicht. Zwar ist die Bildkomposition sicherlich ausbaufähig, zeigt es jedoch wie Tiefenstruktur bei einer langen Brennweite zur Geltung kommen kann. Auch im zweiten Bild sind die geometrische Ordnung sowie Tiefendarstellung die Hauptbestandteile des Motivs.
 
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 70mm; 1/80 sec.; f/2,8; ISO200
Nikon 105mm f/2,8G AF-S IF-ED VR Mikro bei 105mm; 1/40 sec.; f/4; ISO100

Der schmale Bildwinkel eines Teleobjektivs lässt die Komposition also um das Hauptobjekt zusammenschrumpfen. Somit eignet sich das Teleobjektiv hervorragend um Längsansichten von Häuserfassaden, enge Waldlichtungen oder auch Tunnel und Brücken abzulichten. Beim Weitwinkel würde viel mehr Umgebung ins Bild gelangen und somit die Tiefenstruktur des Hauptmotivs in der Fülle weiterer Objekte verlorengehen.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 200mm; 1/80 sec.; f/2,8; ISO320
Nikon 24-120mm f/4G ED-IF AF-S VR II bei 120mm; 1/640 sec.; f/4; ISO 100

Ein Teleobjektiv bietet noch eine weitere interessante Möglichkeit der architektonischen Bildgestaltung in Bezug auf Tiefendarstellung, nämlich Objekte die eigentlich weit voneinander entfernt sind, kompositionstechnisch auf einer Ebene wirken zu lassen. Der Abstand zwischen der Dachkante im Vordergrund und der Kugel des dahinter stehenden Bauwerks wird hier zusammengepresst.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 95mm; 1/500 sec.; f/3,5; ISO 100

Muster oder Patterns

Dadurch, dass man mit einem Tele eine vergrößerte Ansicht erhält, kann man sich auch komplett auf die Muster der Architektur konzentrieren. Hier eine Vorlage, wie man sie aus dem Webdesign kennen könnte. Wiederholende Muster einer realen Struktur, die für verschiedene Layout-Elemente, Dekorations- und Hintergrundgrafiken verwendet werden könnte. Durch den schmalen Winkel eines Teleobjektivs entsteht kaum eine Krümmung der Linien in der Ansicht und die geometrische Struktur wird geradlinig wiedergegeben.
 Canon EF 70-200mm f/2,8 L USM bei 200mm; 1/200sec; f/4,5; ISO 400
Und auch im nächsten Foto kommt ein Fassadenmuster hervor. Beide Gebäude tragen durch ihren ganz eigenen Stil ein Muster von Verzierungen. Darüber hinaus bringt die vertikale Teilung in der Mitte des Bildes ein weiteres, übergeordnetes Muster zum Vorschein.  
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 185mm; 1/80sec; F/2.8; ISO 200
Auch Balkone können interessante Texturen bilden, die mit einer kurzen Brennweite wohl kaum die gleiche Wirkung erzielt hätten.
Canon EF 70-200mm f/2,8 L USM bei 180mm; 1/80sec; f/4,5; ISO 100
Hinweis: Probiert auch mal Perspektiven aus, die wir im alltäglichen Leben so nicht zu sehen kriegen oder wahrnehmen würden. In der Stadt könnt ihr dazu auf Bänke steigen, auf Mauern klettern oder die Treppen hochsteigen um einen ungewöhnlichen Blickwinkel zu ergattern. Achtet dabei auf die Kamera, dass sie beim Klettern und Krabbeln nicht beschädigt wird.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Sehr schöne Lichtsetzungen kann man zur blauen oder auch goldenen Stunde erleben. Ein lichstarkes Zoom, hier ein Nikon Teleobjektiv mit maximlaer Blende F/2.8, kann in der Dämmerung dabei helfen das Zusammenspiel zwischen dem letzten Tageslicht und eingeschalteten Wohnungslichtern einzufangen ohne dabei gleich zum Stativ zu greifen.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 70mm; 1/80 sec.; f/2,8; ISO 320
Eine weitere Nutzung für eine große Blende ist die klassische Hintergrundunschärfe. Diese kann in der Stadt jedoch auch mal als zentrales Thema des Bildes mitwirken. Das filigrane Stahlgeflecht ist hier zwar im Vordergrund und scharfgezogen, doch hat es eher die Rolle einer Kulisse und man richtet den Blick auf den weichgestellten futuristischen Bau dahinter. Wiederum wäre diese Art der Komposition mit einem Weitwinkel nicht darstellbar. Weitwinkelobjektive können auch generell weniger Hintergrundunschärfe abbilden.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 200mm; 1/1600 sec.; f/3,5; ISO 100
Eine weitere Bildgestaltung durch eine schräge Perspektive verleiht dem Bild eine unausgegliechene Bewegung. Diese wird durch ein weichgestelltes Wolkenspiel womöglich noch aufgewertet.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 100mm; 1/200 sec.; f/4,5; ISO 100
Habt ihr es erkannt? Richtig, das Haus im unteren Foto steht auf dem Kopf. Dadurch ergibt sich eine ungewöhnliche Perspektive für den Betrachter, da unser Auge normalerweise einen Bau so nicht ins Blickfeld bekommt. Man schaut oftmals automatisch etwas genauer hin um zu verstehen, was denn hier eigentlich vorgeht und beschäftigt sich mit dem Bild im Allgemeinen etwas länger. Eine Decke, wie im zweiten Bild, kann man schon mal in der minimalistischen Abbildung als Boden aussehen lassen.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 70mm; 1/400 sec.; f/5; ISO 100
Nikon 105mm f/2,8G AF-S IF-ED VR Mikro bei 105mm; 1/25 sec.; f/3; ISO100

Ick gloob mir glotzt n Elefant an... Wenn man aufmerksam durch Berlin läuft, entdeckt man die eine oder andere Kuriosität.
Nikon 70-200mm f/2,8G AF-S ED VR II bei 200mm; 1/30 sec.; f/2,8; ISO 320
Fazit: Mit einem Teleobjektiv in der Stadt kann man nicht nur Porträts sondern auch interessante Detailsaufnahmen und außergewöhnliche Perspektiven der Architektur einfangen. Probiert doch einfach mal etwas anderes aus und spielt ein wenig mit der Perspektive, indem ihr die Kamera auch mal schräg haltet oder das Bild einfach umdreht. Haltet Ausschau nach ungewöhnlichen Bauten und kontrastreichen Motiven, die ein Foto wert sind. Wann habt ihr das letzte mal ein paar Architekturbilder in eurer Heimatstadt geschossen?

Eine Auswahl an Teleobjektiven für Canon und Nikon findet ihr bei uns im Verleih.

Erstellt von Andrei Belitski in Zusammenarbeit mit Mathias Manske

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Die Menge von Postkartenfotos mit Sehenswürdigkeiten ist schier unendlich. Auch wenn es noch so verlockend ist, die Kamera zu nehmen und direkt drauf los zu knipsen, gibt es hier ein paar schnelle Tipps die dir dabei helfen, deine Bilder von der Masse abzusetzen. 

Nutze den Vordergrund zu deinem Vorteil 
Wenn auf einer Aussichtsplattform das Landschaftspanorama einen ununterbrochenen Blick ermöglicht, bringt das spektakuläre fotografische Möglichkeiten, diese majestätische Landschaft einzufangen. Aber damit dein Bild sich von den anderen unterscheidet, die den gleichen Blickwinkel wie du teilen, brauchst du nur ein wenig deinen Fokus zu verändern. Probiere doch einmal, etwas in den Vordergrund der Szene zu stellen, um die gesamte Szene interessanter zu gestalten und das Gesamtbild zu personalisieren. Man kann auch mit verschiedenen Fokusebenen arbeiten, um eine Geschichte von Raum und Zeit in einem einzelnen Bild einzufangen. 


Naples, IT ©Kym Cortigiano

Finde Symmetrien und Muster
Ein Bildaufbau, das eine Szenerie abstrahiert ist eine clevere Möglichkeit häufig fotografierte Sehenswürdigkeiten abzulichten. Muster und Symmetrien können dem Bild mehr Energie geben, das Foto klarer strukturieren oder auch einfach den Betrachter durch gezielte Blickführung lenken. 
Louvre Museum   ©Rachel Terzakis

Bring deine persönlichen Erfahrungen mit ein
Wenn du berühmte Orte besuchst, sei es Naturwunder, nationale Wahrzeichen oder vielleicht kleine Städtetrips, ist es wichtig, dass in deinen Fotos dein persönliches und einzigartiges Erlebnis dieser Orte zum Tragen kommt. Versuche, verschiedene Aspekte und persönliche Erfahrungen mit einzubringen, um den Moment und die Zeit festzuhalten. Versuche durch deine Fotos zu zeigen, wie du dich gefühlt hast, um anderen, die nicht dabei gewesen sind, das gleiche Gefühl zu vermitteln und sie für deine Bilder zu begeistern und zu inspirieren. 
Es ist wichtig dass man sich an die einzigartige und persönliche Erfahrung erinnert.

Finde einen einzigartigen Blickwinkel 
Es gibt einige Dinge, die unbestreitbar schön sind, und obwohl sie so oft fotografiert worden sind kann man einfach nicht widerstehen, dieses Motiv selbst abzulichten. Wenn du es schaffst einen besonderen Blickwinkel zu finden, der nicht so oft fotografiert wurde, oder Einzigartigkeit schaffst durch eine spezielle Ausrüstung die nicht zum Standard-Repertoire gehört (die du dir bei zoomyrentals einfach ausleihen kannst), erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass du ein besonderes Bild von etwas machst, das schon unzählige Male vorher fotografiert worden ist. 
Überrasche deine Freunde, Familie und Bekannte indem du die vorgefertigten Pfade verlässt und einen Anblick dieser Sehenswürdigkeit enthüllst, die auf diese Weise noch nicht ins Licht gerückt wurde. 

Golden Gate Bridge  ©Miko Saldana

Werde selbst die Sehenswürdigkeit 
Oft, wenn wir von Angesicht zu Angesicht mit einem berühmten Ort oder Sehenswürdigkeit stehen, fühlen wir uns verpflichtet ein Foto aus nächster Nähe aufzunehmen - obwohl es das gleiche Bild ist, was wir schon unzählige Male zuvor gesehen haben. Es ist als wäre dieses Bild zu schießen eine Bestätigung zu haben, die sagt "Ich war hier". Nachdem du das Bild gemacht hast (und ehrlich gesagt - es ist unmöglich es nicht zu tun), versuche einmal aus der Perspektive der Sehenswürdigkeit selbst ein Foto zu machen. Wenn du zurückschaust kannst du ein dynamisches, zum Nachdenken anregendes Bild erschaffen, bei dem die Menschenmasse, die diesen berühmten Ort besucht, selbst zum Subjekt wird. 
Diese out-of-the-box Perspektive kann gleichzeitig auch für dich als Erinnerungsstütze hilfreich sein und dir in Erinnerung rufen, dass auch du Teil dieser vorübergehenden Ansammlung von Touristen warst und dieses Gefühl vermitteln.  

Eiffel Tower  ©Lisa Czech

Reflexionen und Spiegelungen 
Reflexionen und Spiegelungen können eine interessante Methode darstellen, einen Schauplatz in einer Art und Weise zu zeigen, die normalerweise nicht in Betracht gezogen wird. Falls sich die Möglichkeit ergibt und sinnvoll durchdacht ist, verschiedene Blickwinkel ausprobiert wurden und du einen Winkel gefunden hast, bei dem die Reflexion am besten herauskommt, hast du die Möglichkeit, mehrere Szenen in einem Bild einzufangen. Versuche am besten mit einer geringen Schärfentiefe zu einer Zeit wenn die Sonne nicht mehr ganz hoch am Himmel steht zu fotografieren, um einen scharfen Fokus und korrekte Belichtung hinzubekommen. 
Yosemite National Park  ©Michael Irwin

Es gibt so viele Fotografen, die tolle Fotos von Sehenswürdigkeiten mit ihrer ganz eigenen Note schießen. Wenn dies etwas ist, was dich interessiert und fasziniert oder wenn du eine Reise machst, von der du über Jahre noch eine schöne und persönliche Erinnerung haben möchtest, probiere verschiedene Dinge aus, die für deine Bedürfnisse passen könnten. Betrachte deine Umgebung und entscheide für dich persönlich, welche Aspekte du in deinem Bild einbeziehen und auch ausklammern möchtest, um eine möglichst persönliche Ansicht deines Blickwinkels auszudrücken und durch das Foto zu repräsentieren. 

 Bitte teile deine Methode anderen mit und inspiriert euch gegenseitig, wenn ihr außergewöhnliche Bilder von gewöhnlichen Orten macht
Arbeite mit Linien und Mustern, die in der natürlichen Umgebung vorhanden sind, um die Blicke der Betrachter zu führen. Versuch, persönliche Elemente in dein Bild zu integrieren, die dir wichtig sind. Es kann sinnvoll sein, eine Thematik zu wählen, die nicht zwangsläufig die Sehenswürdigkeit an sich zeigt, sondern eine Beziehung zu ihr. Zuletzt kann man noch auf Reflexionen und Spiegelungen achten, um ein komplexeres Bildmotiv zu gestalten, dass die detaillierte Geschichte deiner Umgebung vermittelt. 
Original-Quelle auf unserem Partnerblog: Borrowlenses Blogartikel
Übersetzung: Isabelle Bommes

Dienstag, 23. September 2014

Wie man als Fotograf inspiriert bleibt

Fotograf zu sein bedeutet viel mehr als sich nur mit Beleuchtung zu beschäftigen, immer auf dem Laufenden zu sein was Equipment und Technik angeht, oder sich mit den passenden Nachbearbeitungen vertraut zu machen. All das sind wunderbare kleine Teile eines großen Puzzles, aber ein Fotograf zu sein, ist so viel mehr. Wir alle müssen mehrere Hürden überwinden, bevor wir uns ruhigen Gewissens als "Fotografen" bezeichnen.
Hier sind einige Ratschläge zusammengefasst, wie wir diese Probleme aus dem Weg räumen können.



©Kymberly Cortigiano


Nicht aufgeben!

Klingt einleuchtend, oder? Es ist wirklich einfach, das Handtuch zu werfen, wenn wir frustriert sind. Wenn man nicht in der Lage ist, das umzusetzen, was man sich zuvor vorgestellt hat, geben viele das Fotografieren auf, weil ihre Arbeiten nicht so gut sind wie ihre Ambitionen oder Vorstellungen. 
©Kymberly Cortigiano

“Deine Arbeiten wollen gut sein, aber sie sind es nicht. Es ist nämlich dein Geschmack, das dich eigentlich ins Spiel gebracht hat, es ist immer noch der Killer. Und dein Geschmack ist auch der Grund wieso deine Arbeit dich enttäuscht. Arbeite viel. Nur durch eine Vielzahl von Arbeiten kannst du die Lücke zwischen dem was dir gefällt und was du selbst produzierst schließen und deine Arbeiten werden deinen Ambitionen gerecht werden. Es wird eine Weile dauern und das ist normal, du musst dir einfach den Weg freikämpfen.”

©Kymberly Cortigiano

Sei anderweitig interessiert

Je besser und erfolgreicher deine Fotos werden, umso mehr Leute wollen mit dir zusammenarbeiten. Das ist toll, oder? Es wird sich aber mehr und mehr nach richtiger Arbeit anfühlen. Die Arbeit einer kreativen Person ist gleichzeitig auch oft deren Therapie. Wenn du auch andere Hobbies neben der Fotografie hast, kannst du deine harte Arbeit als Fotograf kompensieren, indem du z.B. lernst Brot zu backen, Origami zu falten oder auch Gedichte zu schreiben. Jede kreative Aufgabe führt so auch gleichzeitig zu mehr Inspiration für deine wahre Liebe, der Fotografie.

©Kymberly Cortigiano

Halte deine Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik

(aber mach dich nicht verrückt und lauf jedem neuen Trend nach)
Um in einem Beruf voranzukommen ist es wichtig, dass man Equipment benutzt, dass dir klare, geschliffene Bilder ermöglicht, so wie du sie dir vorstelltst. Es ist allgemein bekannt, dass Fotografie-Ausrüstung sehr teuer sein kann, deshalb kann man sich diese auch bei Zoomyrentals ausleihen. Die Kosten, um in der Fotografiebranche Fuß zu fassen, sind für viele sehr abschreckend. Lass dich aber nicht von den Kosten abhalten, deine Träume zu verwirklichen. Finde heraus, welche Ausrüstung am besten für dich geeignet ist und deine Bedürfnisse befriedigt, anstatt in Equipment zu investieren, was für andere am besten ist.

©Kymberly Cortigiano

Ein paar von meinen erfolgreichsten Freunden haben einen Nischenmarkt in der Fotografie für sich entdeckt und haben nur ein - vielleicht zwei - teure Objektive. Das mag nicht für alle Bereiche gelten - einige Spezialgebiete mögen mehr Ausrüstung erfordern - aber der Punkt ist, dass es wohl besser ist seine Ausrüstung einfach und qualitativ hochwertig zu halten und bescheiden anzufangen. Mach dir Gedanken darüber, wofür du dein Geld ausgeben möchtest und kaufe nur das, was du auch konsequent benutzen wirst.

©Kymberly Cortigiano

Finde einen Mentor

Immer wieder höre ich den Rat, man solle sich einen Mentor suchen. Mentoren sind jedoch äußerst dünn gesät. Sie müssen bereit sein, ihre Branchenkenntnisse und Erfahrungen mit dir zu teilen, Zeit haben dich zu fördern und eine Beziehung zu pflegen und zusätzlich noch eine Person sein, zu der man aufblicken kann und der man nacheifern (aber nicht kopieren) kann. 
Mentoren können in den unscheinbarsten Menschen gefunden werden, von denen einige auch gar nichts mit Fotografie zu tun haben müssen, sondern beispielsweise einfach viel Lebenserfahrung oder eine besondere Sicht auf das Leben haben, es können "Um-die-Ecke-Denker" sein oder Menschen mit hervorragenden Netzwerk-Fähigkeiten. Menschen, die als Mentoren fungieren, können spontan gefunden werden und für ein Wochenende halten oder gezielt gesucht und gefunden werden und dich ein Leben lang begleiten. Das Wichtigste ist, Augen und Ohren offen für den nächsten Obi-Wan zu halten, der bereit ist, etwas von seiner Weisheit zu teilen. Und denk  daran, diese Weisheiten weiterzugeben, wenn deine Zeit dafür gekommen ist.

©Kymberly Cortigiano

Lerne ein Leben lang!

Ich habe den Fehler gemacht, zu viel Zeit und Kraft in endlose Shootings und Nachberarbeitungen zu stecken, die letztendlich ohne zufriedenstellendes Ergebnis waren.
Aber dadurch, dass man viel fotografiert, habe ich schließlich das gefunden was mir am meisten liegt und dies half mir meinen eigenen Stil zu definieren. Doch eines Tages musste ich feststellen, dass ich aufgehört hatte zu lernen. Meine Ergebnisse haben sich nicht mehr weiterzuentwickelt und kamen mir irgendwie schal vor. Was ich daraus wiederum lernte war, dass ich aufhören musste mit dem, was ich tat, und den Kurs ändern.

©Kymberly Cortigiano

Mein Tipp: Fordere dich immer wieder selbst heraus, indem du genau das Gegenteil von dem fotografierst, was gerade dein Lieblingsmotiv oder deine Lieblings-Herangehensweise ist. Das wirst du wahrscheinlich nicht ewig machen und wieder zurückkehren zu deinen bevorzugten Motiven, aber ich garantiere dir, dass das frischen Wind in deine Arbeiten bringen wird.
Studiere die Großen, wie Irving Penn, aber schau dir auch die Newcommer an und lass dich inspirierenn von dem, was sie tun. Das Rad wurde schon erfunden, lern davon und trage dazu bei, es in Bewegung zu halten, indem du dich selbst antreibst.

©Kymberly Cortigiano

Such dir ein Mantra

Sich auf neue Fotoprojekte einzulassen erfordert ein gewisses Grad an Selbstvertrauen, ob es für ein Vorhaben ist, bei dem du dich aus deinem Wohlfühlbereich herausbegibst oder dich an ein Kundenprojekt in einem Gebiet heranwagst, bei dem du noch nicht so viele Erfahrungen sammeln konntest.
Du kannst das Endergebnis beeinflussen, es ist reine Willensfrage. Wenn mich Unsicherheiten überkommen, sage ich mir immer wieder selbst: "Ich habs drauf!" Es klingt so einfach, aber es hilft mir immer wieder, die Probleme anzugehen und zu lösen. Entwickle dein eigenes Mantra.

©Kymberly Cortigiano

Fotografieren bedeutet nicht, einfach die Kameraeinstellungen auf "Automatik” zu setzen. Deine Ergebnisse müssen durch viele Versuche ausgebessert und geschliffen werden, um herauszufinden was für dich am besten funktioniert. Außerdem musst du von äußeren kreativen Einflüssen genährt werden. Es liegt in deiner Verantwortung, dir darüber klar zu werden, was für Bedürfnisse du als Fotograf hast. Dann kannst du festlegen, welche Ausrüstung du dir auf jeden Fall anschaffen musst, aber vergiss nicht, dich hin und wieder selbst mit einer kleinen Anschaffung zu belohnen.

©Kymberly Cortigiano

Finde Leute, deren Arbeiten du magst und schick ihnen eine E-Mail oder auch eine handgeschriebene Notiz - du weißt nie, wer von ihnen dir antworten wird und dir auch ein paar Zeilen schickt oder eventuell dein neuer bester (Foto-)Freund wird. Vielleicht könnt ihr euch ja weiter über Fotografie austauschen oder zusammen auf die nächste Foto-Tour gehen.

Falls sich deine Fotografie irgendwann einmal wie ein automatischer Prozess anfühlen sollte, ändere etwas! Mache außergewöhnliche Erfahrungen, die dir helfen, deine Arbeiten voranzutreiben. Und last but not least: Sei dein größter Cheerleader! 

Original-Quelle auf unserem Partnerblog: Borrowlenses Blogartikel

Montag, 1. September 2014

Fisheye-Objektiv Tutorial

Kreativ mit  Fisheye-Objektiven fotografieren

Fisheye nur für Spaßbilder?

Ein Fisheye-Objektiv ist nicht nur eine Spielerei für lustige Hunde- und Katzenbilder, die an der Linse schnüffeln. Vielmehr kann man damit durch gezielten Einsatz den Bildern eine effektvolle Perspektive verleihen oder durch Experimentieren verschiedene Aspekte hervorheben. Auch Profis arbeiten mit solchen Optiken, zum Beispiel für Architektur-Aufträge, sportliche Inszenierungen, oder einfach um der Kreativität seinen freien Lauf zu lassen. Man kann mit einem Fisheye-Objektiv natürlich einfach nur Spaß haben, aber auch sehr viel dazu lernen und einzigartige Fotowerke produzieren.
In unserem ersten Fisheye-Beispielbild ist gut zu sehen, wie der Kessel des alten Kesselwaggons tonnenförmig verzerrt wird, was dem Foto einen dynamischen Look verleiht und den Kessel optisch effektvoll ins Szene setzt. Aber schauen wir uns einmal an, was eigentlich ein Fisheye-Objektiv ausmacht.

Was ist ein Fisheye Objektiv?

Als Fisheye (Fischaugen) bezeichnet man Objektive, die eine ganz bestimmte Optik erzeugen können, zu erkennen sind sie an der meist stark gekrümmten Frontlinse. Die Optik besticht dadurch, dass alle gerade Linien, die nicht direkt durch die Bildmitte verlaufen, tonnenförmig verzerrt dargestellt werden, da die gekrümmte Frontlinse auch seitliches Licht auf den DSLR Sensor abbildet. Im folgenden Bild wird eine Seite der Säule in der Bildmitte korrekt dargestellt und rechts außen durch die Fisheye-Perspektive stark verformt.

Im allgemeinen liegt der Bildwinkel von Fisheye-Objektiven zwischen 140° und 180°  (Bei extremen Fisheye-Objektiven kann der Bildwinkel bis zu 220° reichen). Die Brennweite liegt dabei je nach Bauart typischerweise zwischen 4-10mm für die APS-C und 6-16mm für Vollformat-Sensoren. Fast alle bekannteren Kamera-Hersteller haben mittlerweile Fisheye-Objektive im Sortiment, aber auch Drittanbieter haben sich in diesem Segment etabliert.

Fisheye vs. Weitwinkel

Wenn wir schon die Brennweite angesprochen haben, zeigen wir euch als nächstes, dass man ein Fisheye bei gleichbleibender Brennweite nicht mit einem Weitwinkelobjektiv gleichsetzen kann. Der Bildausschnitt unterscheidet sich. Bei Fisheye Optiken ist mehr im Bild zu sehen als bei Weitwinkel-Objektiven, wie im nächsten Beispiel verdeutlicht wird.


Im Ausgangsbild ist der Fisheye Effekt gut zu erkenen, die Linien ausserhalb der Bildmitte verlaufen stark gekrümmt. Aufgenommen wurde es mit einem Sigma 15mm f/2,8 Fisheye Objektiv an einer Nikon D610.
Wenn man mit der Maus drüberfährt, sind bei gleichen Bildparametern an der Nikon D610 Vollformat-Kamera, und einem Weitwinkelobjektiv Nikon 14-24mm f/2,8, eingestellt auf 15mm Brennweite im gesamten Bild wenig gekrümmte Linien zu sehen. Das liegt daran, dass bei einem Weitwinkelobjektiv die Verzerrungen in der Optik ausgeglichen werden. Ein weiteres Beispiel mit den gleichen Objektiven und der Brennweite von 15mm, diesmal an einem relativ symmetrischen Bild, damit ihr ein besseres Gefühl dafür bekommt, wie sich die Abbildung in der Fisheye-Perspektive verändert.

Nachdem wir das Brennweiten-Problem veranschaulicht haben, gehen wir über zu den verschiedenen Arten von Fisheye-Objektiven.

Arten der Fisheye-Objektive

Unterteilt wird dabei in zirkulare Objektive (als Beispiel das Sigma 8mm f/3.5) und in Vollformat-Fisheyes (als Beispiel das Nikon 10.5mm f/2.8G AF DX ED Fisheye, das Sigma 15mm f/2,8 oder das Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM)
Tipp: Die Bezeichnung Vollformat-Fisheye bezieht sich nicht auf die Kompatibilität mit Vollformat (35mm) Kameras, sondern auf den sichtbaren Bildausschnitt. Mehr dazu weiter unten.

Zirkular-Fisheye

Beim Zirkular-Fisheye wird eine kreisrunde Aufnahme innerhalb des rechteckigen Bildes erstellt, da hier in allen Richtungen ein 180° Abbildungswinkel zustande kommt.
Tipp: Damit keine Bildteile beschnitten werden verzichtet man hier auf eine Gegenlichtblende, auch wenn diese vor der seitlichen Sonneneinstrahlung schützen würde, die unschöne Blendenflecken hervorrufen kann.

Hier zwei Aufnahmen, eine Tiefgarage (linkes Bild) und ein lichtdurchlässiges Glasdach (rechtes Bild) auf einer zirkularen Ansicht abgebildet. Aufgenommen mit einem Sigma 8mm f/3,5 auf einer Canon EOS 6D Kamera.

Vollformat-Fisheye

Im Gegensatz zum zirkularen Fisheye wird bei Vollformat-Fisheye-Objektiven das komplette Bild ausgefüllt, zumeist mit 180° in der Diagonale und den schon bekannten gekrümmten Linien. in der Horizontale werden bei dem hier genutzten Canon EF 8-15mm f/4 L IS USM  jedoch nur noch 142° auf den Sensor projiziert und das Bild wird nicht so extrem tonnenförmig verzerrt. (Siehe auch den Vergleich zwischen Weitwinkel und Fisheye weiter oben)

In diesem Beispiel werden die Objekte in den Außenbereichen des Bildes nicht so extrem verzerrt wie beim zirkularen Fischaugen-Objektiv. Ein weiteres interessantes Merkmal der Fisheye-Bilder von Motiven, die zum Objektiv gerichtet sind, kann, wie hier, eine 3D-Optik sein.
Tipp: Nehmt ein paar Bilder auf mit komplexen Objekten, die zur Kamera gerichtet sind und knapp an der Linse vorbeigehen. Genießt die Ansicht.

Architektur

Auch in der Architekturfotografie findet das Fisheye seine Anwendung und kann die unterschiedlichen Aspekte der Bauten zur Geltung bringen. Die nächsten vier Bilder wurden mit  einer Canon EOS 5D Mark III und dem Canon EF 8-15mm f/4 L IS USM bei 12-15mm Brennweite aufgenommen.

Hier wird eine Brücke in einer wellenartigen Bewegung dargestellt. Dies kommt vor allem durch die schräge Positionierung des Motivs zur Bildebene zustande. Es ist oftmals sehr spannend, sich die Veränderung der Perspektive bevor man durch den Sucher schaut, im Kopf vorzustellen. Eine Herausforderung und eine spannende Übung für angehende Fotografen, sich das Foto bewusst zu machen, bevor es entsteht.

Der Glasturm erlangt eine Eigendynamik durch die schwungvolle Perspektive.

Eine Decke im antiken Stil wirkt fast schon surreal in der Verbiegung einer Fisheye-Optik.

Das Rohr wird in diesem Stadtbild regelrecht nach links ausgeschweift und droht zu kippen.

Auch beim zirkularen Objektiv kann man Architektur anders darstellen und unwirklich wirkende Welten projizieren.

Sport

Das Fisheye Objektiv zeichnet in den meisten Fällen einen großen Teil des Hintergrundes scharf. Wenn sich das Hauptmotiv vor der Linse befindet, wird der Hintergrund jedoch viel kleiner dargestellt und der Blick des Betrachters wird automatisch auf das Hauptmotiv gelenkt. Im Vergleich dazu zeichnet ein Teleobjektiv bei Offenblende das Hauptmotiv scharf, während der Hintergrund in Unschärfe verschwindet. Somit kann das Fisheye-Objektiv eine kreative Alternative für Portrait- oder auch Sport-Aufnahmen sein.

In diesem Bild ist der Fahrer auf dem Skateboard das Hauptmotiv. Dadurch, dass sich das Skateboard nah am Objektiv befindet, wird es sehr viel größer als der Kopf des Fahrers dargestellt, während allerdings im gesamten Bild eine gleichbleibende Bildschärfe zu sehen ist. Das Skateboard drückt fast schon auf den Beobachter und würde man das Bild in Großdruck vor sich haben, könnte man unwillkürlich den Kopf einziehen wenn man unter dem Foto steht.

Dieses Bild wurde mit dem Canon EF 8-15mm f/4 auf einer Canon EOS 550D Kamera aufgenommen. Der Fluchtpunkt wird durch die Fisheye-Perskpektive noch stärker betont und die Skateboarder springen optisch aus dem Bild herraus. Die Dynamik der Bewegung wird dabei besonders hervorgehoben.

Portrait

Noch ein Beispiel vom improvisierten Skater Shooting, hier als Portrait.

Spezielle Portraits für Album Covers, Street sports, bestimmte Kleidungsstile können effektvoll mit einem Fisheye-Objektiv gelingen.

Natur

Hier ist die Schnecke ganz allein auf der Weltkugel, da die Horizontlinie an den Seiten nach unten gebogen wird und somit eine Perspektive entsteht, die den Untergrund als Weltkugel erscheinen lässt. Möglich ist das, da Fisheye-Objektive eine sehr geringe Naheinstellgrenze haben und somit auch teilweise als Makroobjektive eingesetzt werden können, wenn das Hauptmotiv nah genug vor der Linse ist.

Aufnahmen aus einem Park bringen eine außergewöhnliche Atmosphäre rüber.

Ein schönes Bokeh bei Hintergrundunschärfe kann man auch mit einem Fisheye erhalten, dabei wird im Gegensatz zu Makroobjektiven, die sich mehr im Telebereich positionieren, auch eine ganze Menge vom Umfeld im Bild eingefangen, und der Hintergrund wird durch die optischen Eigenschaften nach hinten gedrückt. In diesem Foto wird die Hervorhebung vom Hintergrund dadurch sogar soweit verstärkt, dass der Eindruck entsteht, die Blume schwebe in der Luft.

Fahrzeuge

Die leicht schräge Perspektive "verbiegt" hier das Moped und das Vorderrad wird nach links aus dem Bild gezogen. Das Heck des Mopeds ist noch nicht in Sicht. Auch wenn dieses Gefährt nur dasteht, hat man den Eindruck, dass es an dem Betrachter fast schon vorbeifährt.


Fazit: Hier wurde nur eine Auswahl an Einsatzgebieten von Fisheyes dargeboten, die zur Inspiration dienen kann. Die Anwendungsbereiche von Fisheye-Optiken sind sehr vielfältig, und es lassen sich neben den typischen Bildern wie: CD-Cover, Werbefotos, die den gewünschten Effekt als Stilmittel verwenden, Sportarten stilistisch inszenieren, auch schöne Portraits, Produktbilder, Architektur, Landschaft und noch einige andere Bereiche kreativ ablichten. Nicht umsonst werden diese auch von Profi- und Berufsfotografen genutzt.
Probiert es einfach mal selbst aus, und lasst eurer Kreativität freien Lauf.

Mitwirkende: Mathias Manske, Tom Burgas, Andrei Belitski

Seiten

Powered by Blogger.